| |
Traumland Südafrika - so fern und doch so nah
"Die ganze Welt in einem Land" verspricht die Werbung von Südafrika Tourismus. Aber wer hat schon die Zeit sich einfach mal so die ganze Welt, sprich: das ganze Land, anzuschauen. Also muss man irgendwo mal einen Anfang machen. Allein auf Grund der Flugverbindungen ab Deutschland bietet sich als Ausgangspunkt einer kleinen "Schnuppertour" Kapstadt an.
Ohnehin hat Kapstadt mit seiner Umgebung schon viel zu bieten. So gilt die sehr europäisch anmutende Metropole als eine der schönsten Städte der Welt, was sie vor allem ihrer Lage an zwei Ozeanen und zu Füßen des beeindruckenden Tafelberg-Massivs zu verdanken hat. Zwischen den buntbemalten Häusern des Bo-Kap, des Malaien-Viertels, lässt man den Großstadttrubel hinter sich und flüchtet in eine fremde Welt. Neben den Sehenswürdigkeiten wie der St. George's Cathedral, der "Hauskirche" des Erzbischofs Desmond Tutu, oder dem Castle of Good Hope wirkt vor allem die berühmte Victoria & Alfred Waterfront als Besuchermagnet, letztere auch für Einheimische. Die ehemaligen Hafengebäude wurden liebevoll restauriert und beherbergen nun zahlreiche Shops und Restaurants. Dabei erstaunt das Niveau auch der touristischen Läden, die keinen billigen Tand "made in China", sondern viele hochwertige afrikanische Produkte anbieten. Das maritime Flair mit Schiffen und Robben, die zahlreichen Straßenkünstler und die Weitläufigkeit des Geländes sorgen dafür, dass die Zeit rasant vergeht.
Eine Fahrt auf den Tafelberg gehört zum touristischen Pflichtprogramm, den Fußmarsch sollte man sich nur bei extrem guter Fitness, aber nicht zu heißem Wetter und mit der richtigen Ausrüstung inklusive ausreichend Wasser zumuten. Die sich drehenden Gondeln bieten bereits einen traumhaften Ausblick auf Kapstadt und die Ozeane, den man auf einem ca. einstündigen Spaziergang auf dem Berg selbst in aller Ruhe weiter genießen kann.
Mit einem Mietwagen lassen sich zahlreiche Ausflüge in die Umgebung Kapstadts organisieren. Zu den Klassikern gehört dabei die Tour rund um die Kap-Halbinsel. Auf dem Weg zum oftmals sturmumtosten Kap der Guten Hoffnung passiert man zahlreiche kleinere Küstenorte mit schönen Stränden. Ein Highlight ist der berühmte Chapman's Peak Drive, eine Panoramastraße an der Westküste. Auch wenn mit dem Ausbau bis 2003 einiges Spektakuläres beseitigt wurde, schlängelt sich die schmale Straße noch immer auf atemberaubende Weise an der Steilküste entlang.
Ein weiterer Ausflug, den man sich nicht entgehen lassen sollte, ist die Fahrt in den Norden von Kapstadt. Vom Bloubergstrand werden die wohl berühmtesten Fotos des Tafelbergs mit Kapstadt im Vordergrund gemacht. Gleichzeitig lassen sich hier bei guten Winden zahlreiche Kite-Surfer bei der Ausübung ihres faszinierenden Sports beobachten.
Wer Kapstadt hinter sich lässt, begreift sehr bald, dass dies nun wirklich nicht mehr Europa ist. Die "Autobahn" ähnelt eher einer Schnellstraße und schon bald tauchen die ersten Affen am Straßenrand auf. Touristisch interessantes Gebiet ist in erster Linie der ca. 750 Kilometer Küstenstreifen zwischen Kapstadt und Port Elizabeth sowie sein Hinterland.
Einer der ersten Anlaufpunkte auf einer solchen Tour ist das so genannte "Wine land" rund um Stellenbosch, Franschhoek und Paarl. Die Anfänge der Weinbaukultur am Kap reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Holländische und französische Siedler brachten das Know-how aus ihrer Heimat mit und ihr Einfluss auf Architektur und Stadtplanung ist auch heute noch deutlich zu erkennen. Zahlreiche Weingüter locken mit kulinarischen und kulturellen Angeboten rund um Wein.
Ganz anders präsentiert sich das Landschaftsbild in der Karoo: eine weite Steppenlandschaft mit wenig Niederschlag und einer beeindruckenden Ruhe. Leben kommt auf sobald man sich der Stadt Oudtshoorn nähert. Die Stadt ist das Zentrum der Straußenzucht und so findet man die Tiere in großen Herden entlang der Straße. Auf Showfarmen kann man sich die Tiere und ihre Zucht aus der Nähe anschauen und erfährt viel Wissenswertes. Dort finden sich auch oft noch die so genannten "Federpaläste", kunstvolle Villen aus der Zeit, als mit Straußenfedern noch lukrative Geschäfte gemacht werden konnten.
Das Städtchen Graaf-Reinet mit seinen über 200 denkmalgeschützten Gebäuden ist einer der am besten erhaltenen historischen Orte Südafrikas. Ein sehenswertes Naturwunder gibt es in der näheren Umgebung: das Valley of Desolation. Das Tal entstand vor Millionen von Jahren durch Verwitterungserosion. Hitze und Kälte, Trockenheit und Nässe ließen das Gestein zerbröseln und brachten die bizarren Gesteinsformationen hervor. Diese lassen sich zusammen mit herrlichen Ausblicken auf Graaf-Reinet und die Karoo auf einem Rundwanderweg bewundern.
Was wäre ein Afrika-Besuch, ohne dass man die großen Tiere sieht? Da bietet sich in der Region zwischen Kapstadt und Port Elizabeth vor allem der Addo Elephant National Park an. Er wurde 1931 gegründet und bietet zurzeit etwa 350 Elefanten, Büffeln, verschiedenen Antilopenarten und anderen Tieren einen sicheren Lebensraum. Den Besuch des Parks kann man ideal mit einer Safari im nahe gelegenen Schotia Private Game Reserve verbinden, wo sich die Ranger alle Mühe geben, den Besuchern auch die Löwen vor die Kameralinse zu bringen. "Out of Africa"-Atmosphäre kommt spätestens am prasselnden Lagerfeuer in der Lapa (ein traditionelles, rundes, halboffenes Gebäude) auf, wo auch ein schmackhaftes Abendessen serviert wird.
Die Garden Route gehört zu den schönsten und beliebtesten Reisezielen in Südafrika. Sie beginnt "offiziell" bei Swellendam und endet in Humansdorp kurz vor Port Elizabeth. Der interessanteste Streckenabschnitt liegt jedoch zwischen Mossel Bay und der Storms River Mündung im Tsitsikamma Nationalpark. Steile Felsklippen wechseln sich an der traumhaften Küste der Garden Route ab mit malerischen Buchten, ausgedehnten Sandstränden und dichtem, immergrünen Regenwald.
Knysna gilt als das touristische Zentrum der Garden Route. An einer ausgedehnten Lagune gelegen, bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Aber die Lagune hat auch einen weiteren Nutzen: sie dient der Austernzucht, der größten in Südafrika. Deswegen sollte man hier in Knysna auf jeden Fall die frischen Austern probieren.
Bei einer vierzehntägigen Reise durch diesen südwestlichen Teil Südafrikas kommen schnell mal 3.000 Kilometer zusammen. Schon auf dieser Strecke erlebt man eine schier unglaubliche landschaftliche Vielfalt und beginnt den Spruch "Die ganze Welt in einem Land" zu verstehen. Immer wieder entdeckt man diese faszinierende Mischung aus europäischem und afrikanischem Flair. "Lekker" fasst es wohl am Besten zusammen ("lekker" ist afrikaans und heißt übersetzt lecker, großartig, fabelhaft, fantastisch).
Wir empfehlen die Straßenkarte Südafrika von BUSCHE MAP hier
|
|